Zielsetzung des städtebaulichen Wettbewerbs

Die Entwicklung des INquartiers auf den ehemaligen Arealen von Rieter und Bäumler zu einem modernen und lebendigen Stadtquartier für alle Generationen ist eine anspruchsvolle Planungsaufgabe. Um eine in jeglicher Hinsicht optimale Lösung für das Areal zu bekommen, entschloss sich die GERCHGROUP in enger Abstimmung mit der Stadt Ingolstadt, einen städtebaulichen Wettbewerb durchzuführen.

Im Dezember 2018 hatte der Stadtrat bereits die städtebaulichen Eckdaten, wie beispielsweise den Anteil von Wohnraum oder den Umgang mit vorhandenen Baudenkmälern, für die Weiterentwicklung des „Rieter Areals“ beschlossen. Sie bildeten die Grundlage für die Auslobung des Wettbewerbs.

Format und Ablauf des Wettbewerbs

Der Wettbewerb wurde als zweistufiger Planungswettbewerb konzipiert. Dadurch konnten die Bürgerinnen und Bürger nicht nur vor dem Wettbewerb, sondern auch zwischen den beiden Stufen am Prozess beteiligt werden.

Die Entwürfe, die von den teilnehmenden Teams eingereicht wurden, zeigen deren Gesamtkonzept für das Areal. Sie geben Auskunft darüber,

  • wie groß und wie hoch die Gebäude auf dem Areal sein können,
  • welche Nutzungen (z.B. Wohnen, Einkaufsmöglichkeiten, Büros) wo am besten untergebracht werden,
  • wie das Quartier erschlossen werden kann und wo die Fahrzeuge der zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner am besten untergebracht werden und
  • wo welche Freiräume und Grünflächen – einschließlich Spielräume – entstehen sollen.

In der ersten Stufe wurden 15 Teilnehmerteams aus ganz Deutschland und der Schweiz aufgefordert, ihre Entwürfe für ein urbanes und innovatives Quartier auf dem Areal abzugeben. 14 Teams gaben ihre Entwürfe daraufhin ab. Sie wurden anonymisiert von einem Preisgericht bewertet.

Das Preisgericht bestand aus renommierten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur, Vertreterinnen und Vertretern der Stadtpolitik und -verwaltung sowie weiteren Sachverständigen. Dadurch wurde sichergestellt, dass das INquartier sehr hohen städtebaulichen Qualitätsstandards entspricht.

Das Preisgericht prämierte nach intensiver Beratung drei Entwürfe gleichrangig, die es besonders gelungen fand. Alle Entwürfe wurden der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert. Alle waren damit eingeladen, sich ein eigenes Bild der Entwürfe zu machen.

Zu den drei prämierten Entwürfen fand zudem ein Bürgerworkshop statt. Dort hatten die Ingolstädterinnen und Ingolstädter die Gelegenheit, mit den Planerteams über die Entwürfe zu diskutieren und ihre Anregungen einzubringen.

In einer zweiten Stufe wurden die drei prämierten Entwürfe von den Teams überarbeitet. Dabei flossen sowohl die Rückmeldungen des Preisgerichts und der Bürgerinnen und Bürger als auch die des Ingolstädter Stadtrats ein, dem die Entwürfe ebenfalls detailliert präsentiert worden waren.

Im Februar 2020 wurden die überarbeiteten Entwürfe eingereicht und von der Jury abschließend begutachtet. Im Juni 2020 wurde der Siegerentwurf gekürt: Die Wahl fiel dabei einstimmig auf den Entwurf des Kölner Architektenteams von kister scheithauer gross, den dieses zusammen mit dem Büro von DEH-Landschaft entwickelt hatte.

Auf seiner Grundlage wurden die Entwicklungsziele für das INquartier konkretisiert. Der so erstellte Rahmenplan bildet die Basis für das Bebauungsplanverfahren.

Bürgerbeteiligung während des Wettbewerbs

Ein zentrales Element des städtebaulichen Wettbewerbs zum INquartier war die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.

Schon vor dem offiziellen Starttermin des Wettbewerbs konnten sie sich im Rahmen eines Marktplatzes der Ideen über das Projekt informieren und ihre Anregungen in den Wettbewerb einbringen. Circa 70 Personen, darunter auch Stadträte und Bezirksausschussmitglieder, folgten der Einladung. Die gesammelten Hinweise und Ideen wurden in einem Bürgerprotokoll festgehalten, das den am Wettbewerb teilnehmenden Planungsteams auch als Anlage zum Auslobungstext zugesandt wurde.

Damit war die Bürgerbeteiligung aber noch nicht beendet. Nach Abschluss der ersten Stufe des Planungswettbewerbs wurde ein Bürgerworkshop abgehalten, bei dem die zuvor ausgestellten Entwürfe vorgestellt wurden. Neben über 60 Interessierten nahmen auch die Architekten der prämierten Entwürfe teil, diskutierten ihre Ideen direkt mit den Teilnehmenden und sammelten deren Rückmeldungen. Diese wurden darüber hinaus auch in einem zweiten Bürgerprotokoll festgehalten. Es enthält mehr als 150 Hinweise und Vorschläge und wurde sowohl den Architektenteams für die Überarbeitung der Entwürfe als auch der Jury für die finale Bewertung der Entwürfe übermittelt.

Wie das Planerteam die Bürgerbeteiligung erlebt hat

Der Siegerentwurf

Die Jury sprach sich einstimmig für den Entwurf des Architekturbüros kister scheithauer gross aus Köln aus. Dabei überzeugte sie vor allem das stimmige Gesamtkonzept des Entwurfs. Es bietet sehr gute Voraussetzungen, um das neue INquartier zu einem modernen und lebendigen Stadtquartier für Jung und Alt zu machen.

Ein zentrales Element des Entwurfs ist der „Central Park“, eine großzügige Grünfläche, die die Römerstraße mit dem Nordpark verbindet. Auch die denkmalgeschützten Bauten werden mithilfe der neuen grünen Achse verbunden. Dadurch werden sie als charakteristische Merkmale des Quartiers hervorgehoben und in eine optische Beziehung zueinander gebracht. So ist zum Beispiel der Wasserturm von vielen Orten innerhalb des Quartiers sichtbar.

Im Siegerentwurf wurden verschiedenste Wohnformen eingeplant: Von einem Wohnhochhaus im Norden über Stadthäuser mit privaten Gärten im Süden bis zum Seniorenwohnen im Westen wird allen Altersgruppen ein attraktives Angebot gemacht. Für die Kleinsten sieht der Entwurf eine KiTa und verschiedene Spielangebote im Park vor. Zudem sind auch neue Gewerbeflächen für Büros, Einzelhandel und Gastronomie Teil des Entwurfes.

Über ein umfangreiches Wegenetz ist das INquartier für Fußgänger und Radfahrer gut an die Umgebung angebunden. Auch neue Bushaltestellen sind im neuen Quartier angedacht. Für private PKW werden Tiefgaragenstellplätze zur Verfügung gestellt.

Weitere Details können Sie im folgenden Übersichtsplan interaktiv einblenden lassen. Klicken Sie dazu auf das entsprechende Symbol. Im Plan werden die jeweiligen Informationen erscheinen. Durch das Anklicken der farbigen Punkte auf den Plänen erscheinen weitere Informationstexte zum Thema.

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Was den Beteiligten am Siegerentwurf besonders gefällt

Der zweite und dritte Preisträger

Auf den zweiten Platz wählte die Jury den Entwurf von RKW Architektur + aus Düsseldorf. Er zeichnete sich besonders durch begrünte Ost-West-Passagen aus. Über mehrere kleine Plätze wurde zudem eine attraktive Nord-Süd-Verbindung geschaffen, die in einem attraktiven kleinen Quartiersplatz am südlichen Ende mündet.

Der dritte Platz ging an das Büro von Angerer Architekten und Stadtplaner aus München, dessen Entwurf sich die Vernetzung mit den angrenzenden Gebieten zum Ziel gesetzt hatte.

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